V for Vendetta (James McTeigue, USA/UK/Germany 2005)

vendetta.jpgDies war einer der Filme, von denen ich im Vorfeld gar nicht genug Trailer und Teaser sehen und Vorberichte lesen konnte. Leider hatte ich dann, als V for Vendetta im Kino lief, keine Gelegenheit diesen auf der großen Leinwand zu sehen. Jetzt habe ich es endlich in den heimischen vier Wänden nachgeholt. Aber leider wurde ich wie schon lange nicht mehr enttäuscht. Zwar wurde ich vorgewarnt, dass dieser Film nicht herausragend sei, aber nach den ganzen Erwartungen die ich in den Film setzte, wollte ich mich selbst davon überzeugen. Und V for Vendetta war nicht einmal ansatzweise das, was ich mir vorstellt hatte. Zwar insgesamt kein schlechter Film, aber dennoch in vielen Belangen einfach nicht überzeugend. Besonders entsetzt war ich übrigens von der ausdruckslosen Darbietung von Natalie Portman. Irgendwie scheint sie nicht aus den Kinderschuhen in Léon rausgewachsen zu sein. Eine sehr passende Kritik zum Film schrieb Thomas Groh auf filmtagebuch.blogger.de:

Keine gute Idee für eine Filmadaption des Stoffes ist es deshalb, nun gerade das hochkomplexe Verweissystem, das „V“s Agieren zugrunde liegt, weitgehend über Bord zu werfen; dann und wann ein keck aufgesagtes Shakespeare-Bonmot und ein Videoabend mit der jungen Evey, die er anfangs vor den Häschern des Regimes rettet und die – im Film weniger als im Comic – die Verbündete an seiner Seite im Kampf wird, müssen reichen. „V“s Schattengalerie, eine unterirdische Gruft wie aus dem Phantom der Oper, in der sich unzählige Schätze der Kunst und Literatur, der Malerei und des Films tummeln, wird zum bloß optisch reizvollen Gimmick; den Status jener faszinierenden Zeitkapsel, die sie im Comic darstellt, dieses mit wehmütiger Nostalgie gepflegten Archivs der Menschheitsgeschichte, das „V“ die entscheidenden Manöver im Kampf gegen die Welt der Aktenordner und Menschenmörder diktiert, erreicht die zwar liebevoll eingerichtete Lokalität in keinem Moment.

Doch den Film lediglich auf die Spielhandlung des Comics – einer gegen das Imperium – zu reduzieren, erweist sich als großer Fehler; jeder Schachzug „V“s, jedes Resultat daraus gerinnt zur bloßen Behauptung, erfährt aber nie glaubhafte Verankerung im Lauf der Dinge. Der Film V for Vendetta zeigt lediglich Ergebnisse, wo doch deren Zustandekommen interessant und überhaupt zur Erläuterung vonnöten wäre; so stehen die einzelnen Glieder des Masterplans nun seltsam erratisch nebeneinander, warum es am Ende zum Massenaufstand kommt, wird zu keinem Moment plausibel.

Wenig elegant sind auch die zahlreichen Einsprengsel, die den Film mit dem Hier und Jetzt verbinden sollen. Natürlich gibt’s ein wenig Islam-Kolorit, irgendwie steht alles mit dem „Krieg, den die USA begonnen hat“ in Verbindung (der Film spielt in de 2020er Jahren, der Comic war in den späten 1990ern situiert). Alles atmet Aktualitätsbezug, nichts ist durchdacht – reinste Exploitation. Ein bisschen billiges Revolutionspathos und den einen oder anderen augenzwinkernden Kommentar – „Manchmal reicht es, ein Gebäude zu zerstören, um die Geschichte zu ändern!“, sagt „V“ an einer Stelle – gibt es als Zuckerpulver obendrauf; gerade genug, um sich für das Emblem „Der Film ist als Diskussionsgrundlage geeignet“ zu qualifizieren, die verzweifelt sich als politisch zu gerieren trachtende Berlinale dürfte es überdies freuen.

Das ganze Review findet sich bei filmtagebuch.blogger.de

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