Alternativ- und Querdenken

So lautete der Titel einer Veranstaltung zum Auftakt der Reihe „Science & Society – wer denkt, verändert!“ und versprach so einiges an Diskussionsstoff. In der Johanniskirche in Magdeburg hatte der OB Lutz Trümper alle Interessenten eingeladen, um den Gastrednern Ole von Uexküll, Geschäftsführer der Right Livelihood Award Foundation und Prof. Dr. Dr. Walter Greiner, dem Vorstand des Frankfurt Institut for Advanced Studies zu lauschen. Dabei ging es unter anderem um die Möglichkeiten von Interdisziplinärer Forschung verschiedenster Fachrichtungen.

Doch zuerst übte Ole von Uexküll keine zu leise Kritik an der Vergabe der Nobelpreise. Werden diese doch ungerecht vergeben, sowohl was die augenscheinliche Bevorzugung männlicher Preisträger betrifft, als auch die Bewertung der erbrachten Leistung in Hinblick auf die rein wissenschaftlichen Ergebnisse. Für Ole von Uexküll sollte viel mehr die tatsächliche Verwertbarkeit von praktischen Problemen im Vordergrund stehen, die letztlich auch einen unmittelbaren Nutzen für die Gesellschaft darstellt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei der Vergabe des Alternativen Nobelpreises auch Wissenschaftlern aus der Dritten Welt Beachtung geschenkt wird und eine deutlich ausgeglichenere Verteilung zwischen weiblichen und männlichen Preisträgern besteht.

Besonders interessant war der Vortrag von Prof. Dr. Dr. Walter Greiner, der am Beispiel der Krebstherapie mit schweren Ionen und der Forschung am magnetischen Kompass zahlreicher Tiere die Möglichkeiten und Chancen interdisziplinärer Forschung aufzeigte. Er brachte es in sofern auf dem Punkt, als dass es bedeutende Forschungsergebnisse in Zukunft nur noch mit der Zusammenarbeit der einzelnen Fachbereiche geben wird. Zwar seien die Spezialisierungen der einzelnen Wissenschaften weiterhin sehr wichtig, aber dennoch müssen Räume und Möglichkeiten zum Diskurs geschaffen werden. Und genau dies praktiziert Prof. Dr. Dr. Walter Greiner erfolgreich am Frankfurt Institut for Advanced Studies.

Zur anschließenden Diskussionsrunde gesellten sich nun Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, Rektor der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, Prof. Jan Hendrik Olbertz, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt und zwei junge Doktorandinnen der Universität Magdeburg. In den folgenden Gesprächen kristallisierte sich eines heraus, alle Beteiligten sind sich über die Notwendigkeit von Interdisziplinarität einig. Von den Beteiligten wurden dazu ein paar gute Beispiele genannt. Offen blieb dabei aber die Umsetzung in den bestehenden Bildungssystemen abseits des universitären Betriebs. Als dann, mit Unterstützung eines engagierten Studenten aus dem Zuhörerkreis, die Frage an den Kultusminister Olbertz weitergereicht wurde, konnte dieser keine wirklich zufriedenstellende Antwort liefern. Bei seinen Ausführungen verfiel er recht schnell in alte Muster und gefestigte Strukturen zurück. Von Seiten der Politik kann also diesbezüglich auch in Zukunft nicht viel erwartet werden.

Letztlich gab es aber noch ein Fazit, welches hauptsächlich von Walter Greiner und der Doktorandin getragen wurde, welches ich auch schon seit längerem so vertrete. Den Kindern darf die angeborene Neugier zum Entdecken nicht durch plumpes Einhämmern von Wissen genommen werden. Ziel des Bildungssystems muss es sein, Kinder und Jugendliche für die Wissenschaft zu begeistern und dies ist hauptsächlich die Aufgabe der Pädagogik. Nicht mehr und nicht weniger. Alles weitere erledigt dann der menschliche Wissensdrang von ganz allein.

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