Berlinale 2013: Von Indien über Indonesien in eine verkehrte Welt

The Act of Killing

So langsam ist es eine Tradition geworden jeweils auch einen indischen Film zu schauen. Dieses Jahr habe ich mir dazu Kai Po Che von Abhishek Kapoor aus der Reihe Panorama auserkoren. Die Inhaltsangabe sprach vom neuen Bollywood. Vor zwei Jahren fand ich ja schon Road, Movie von Dev Benegal erfrischend anders und Kai Po Che tritt zumindest teilweise in diese Fußstapfen. Modern versucht der Film auf alle Fälle zu sein, allerdings wirken die Stilmittel dazu für westliche Verhältnisse arg abgegriffen und es gibt in dem Bereich zumindest nicht Neues zu sehen. Ansonsten bietet die Story viel Abwechslung und die 130 Minuten Laufzeit vergehen recht schnell. Störend ist zu Beginn der aufdringliche Kitsch, also doch noch das alte, klassische Bollywood. Aber wenn man sich erstmal drauf eingelassen hat kann Kai Po Che am Ende nochmal richtig auftrumpfen. Guter Film, solide Kost aber nicht herausragend.

Weiter geht es ganz im Zeichen der Panorama Reihe, erneut mit einer Dokumentation. Viel Positives habe ich schon im Vorfeld über The Act of Killing von Joshua Oppenheimer gelesen, aber dies muss ja nichts heißen. – hier allerdings schon. Von der ersten bis zur letzten Minute schaut man wie bei einem Unfall auf die Leinwand und trotz der entsetzlichen Bilder mag man nicht wegschauen. Es tut weh 120 Minuten über die traurige und schockierende jüngere Geschichte Indonesiens zu erfahren. Recht frei berichten Täter von dem Genozid in der Militärdiktatur nach 1965. Ganz nah ist Joshua Oppenheimer dabei an den Menschen und macht so die Geschichten noch fühlbarer und beängstigend realistisch. Am Ende verlässt man fassungslos den Kinosaal, ist aber gleichzeitig dankbar dafür, ein wenig die Augen geöffnet bekommen zu haben. Und eines macht The Act of Killing ganz eindeutig klar, die Zustände in Indonesien zu ändern wird ein langer, sehr langer Weg.

Nachdem ich mich vom letzten Film einigermaßen erholt hatte, ging es weiter mit dem neuen Film von Shane Carruth, Upstream Color. Recht unkonventionell erzählt Carruth eine verstörende Geschichte. Untermalt von nicht weniger verstörenden Bildern und einem unter die Haut gehenden Score. Upstream Color verlangt alle Sinne beim Zuschauer ab und verlässt sich größtenteils auf dessen Intuition und weniger auf verbale Kommunikation, um seine Geschichte zu erzählen. Dieser sehr ungewöhnliche Weg macht den Film zwar schwer konsumierbar ist aber dadurch auch etwas ganz Besonderes. Ich denke hier tut eine Zweitsichtung unbedingt Not.
Ich glaube, heute habe ich mein Highlight der diesjährigen Berlinale mit der Dokumentation The Act of Killing gesehen. Ganz starker Film von dem man in Zukunft sicher noch häufiger hören wird.

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