Beiträge mit dem Tag ‘Stop-Motion’

ITFS 2016 – Musik, Werbung und Panorama 3

Nach dem doch sehr bedrückenden Animovie sollte es nun mit etwas Heiterem weitergehen. In der Kategorie Best of Animation wird eine Auswahl an Kurzfilmen präsentiert, die diesmal thematisch dem Musikfilm zuzuordnen sind. Ein wilder Ritt durch die vergangenen Jahre offenbart so die ein oder andere kleine Perle. Besonders herausgestochen sind dabei 31 Ways to say Fuckoff von Emanuele Kabu aus Großbritannien:

der mir bereits bekannte This Thirst von François Vogel aus Frankreich:

und Survivor von Pauline Flory aus Deutschland:

Direkt im Anschluss folgten die Beiträge des Animated Com Award, indem Filmproduktionen aus der Werbebranche gezeigt und prämiert werden. Aufgefallen sind mir folgende Filme.
Loteria de Navidad 2015 / #Justino Loteria – Night Shift von Againstallodds aus Großbritannien:

The Witcher 3: Wild Hunt Launch Cinematic von István Zorkóczy aus Ungarn:

Seed von Christian Tyroller und Manuel C. Merkle aus Deutschland:

und Cineplex – Lily and the Snowman von Dan & Jason, Hyesung Park aus den USA:

Zum Abschluss des Tages folgte der für mich erste, aber im Festival schon dritte Teil der Panorama Reihe, in der aktuelle Kurzfilme der letzten Jahre gezeigt werden.

Volk Vasya / Wolf Vasya
R: Ekaterina Sokolova
Russland 2014
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So richtig konnte ich leider keinen Zugang zu dem Film finden, der handwerklich durchaus gut gemacht war. (5/10)

How long, not long
R: Michelle Kranot, Uri Kranot
Dänemark 2015
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Tagesaktuelle Fernsehbilder die übermalt sind und sich thematisch mit der Frage auseinandersetzen, inwiefern wir den zusammengehörig sind, in Zeiten voller Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Der Film wusste in den knapp sechs Minuten durchaus zu bewegen. (7/10)

Bottle Neck
R: Joanna Priestley
USA 2015
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Abstrakte Bildgewalt die in drei Minuten gerade lang genug ist. Bottle Neck ist der finale Film in Priestleys „Eye Liner Trilogie“.(4/10)

Arlene
R: Farouq Suleiman
Großbritannien 2014
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Bewegendes Interview mit Arlene Garrison, der vor 10 Jahren ein Gehirntumor entfernt wurde und sie dadurch nun eine völlig veränderte Welt wahrnimmt. Gezeigt werden die gesprochenen Worte durch gezeichnete Bilder. (6/10)

The Hollow Shell Argument
R: Stefan Kraft
Schweiz 2014
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Immer wieder fasziniert von der Künstlichen Intelligenz von Computerprogrammen hat mich viel mit diesem Beitrag verbunden. Zwar sehr einfach animiert, dafür aber inhaltlich sehr treffend erzählt. (7/10)

Endgame
R: Phil Mulloy
Großbritannien 2015
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Dieser Beitrag hinterfragt die ständige Gewaltsteigerung beim Zeitvertreib mit brutalen Kriegscomputerspielen. Sehr minimalistisch mit Strichfiguren gezeichnet, inhaltlich den Nagel auf den Kopf getroffen. (7/10)

Chez moi / My Home
R: Phuong Mai Nguyen
Frankreich 2014
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Wenn ein neuer Mann zwischen die Liebe von Mutter und Sohn tritt beschreibt Phuong Mai Nguyens Kurzfilm. Sehr eindringlich erzählt mit schaurig schön gezeichneten Bildern. (6/10)

Bambustempelstrasse
R: Baoying Bilgeri
Deutschland 2015
bambustempelstrasse

Mit wunderbaren Bildern wird ein Blick in die Vergangenheit gewährt, in der im China der Industrialisierung Altes dem Neuen weichen muss und welche Konflikte dadurch zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entstehen. (7/10)

Urbanimatio
R: Urmas Jõemees, Hardi Volmer
Estland 2015
urbanimatio

Schnelle Bilderfolge von gleichen Strukturen die die Veränderung einer Stadt dokumentieren. Leider eindeutig zu lang. Weniger wäre hier mehr gewesen. (5/10)

Voltaire
R: Jan Snoekx
Niederlande 2015
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Das Beste zum Schluss, könnte ich hier sagen. Mit Voltaire endet der heutige Tag sehr unterhaltsam. Ein Wetterhahn möchte einen hohen Kirchenturm erklimmen, aber vielleicht ist das etwas zuviel für so einen kleinen Wetterhahn. Herrlich schön im Stoptrick-Stil animiert, mit der Verbindung von Realbildern und einer äußerst witzigen Story war ich 12 Minuten lang bestens unterhalten. (8/10)


ITFS 2016 – Filmmarathon beginnt mit Internationalen Wettbewerb 2

Mit Beginn des dritten Festivaltages steigt nun auch das Pensum der zu sichtenden Filme enorm. Was immer etwas schade ist, ist der Umstand, dass egal wieviel Zeit zur Verfügung steht, es niemals ausreichen wird, alle Filme zu schauen. Aber irgendwo muss ich ja ansetzen und so geschehen beim zweiten Teil des Internationalen Wettbewerbes, der übrigens bedeutend stärker als der erste Teil war.

Café froid / Cold Coffee
R: Stéphanie Lansaque, FranÇois Leroy
Frankreich 2015
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Die tragische Geschichte erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, die nach plötzlichen Tod ihrer Mutter die Geschäfte des Cafés übernehmen muss. Mit sehr radikalen Bildern wird der langsam wachsende Wahnsinn des Mädchens erlebbar. Mit drastischen Mitteln wird eine sehr düstere Stimmung aufgebaut und mit jeder Faser des Körpers wird der Verlust der Mutter fühlbar. Deftige Kost, toll umgesetzt. (7/10)

Some Thing
R: Elena Walf
Deutschland 2015
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Witzige Geschichte, schön skurril gezeichnet, die sich um vier Berge dreht und in der eines klar wird. Es zählt nicht immer wieviel man besitzt, sondern was man besitzt. (6/10)

The Valley Below
R: Joel Hofmann
Schweiz 2015
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Solide animierter Beitrag. Spannend erzählt und am Ende temporeich mit „bombastischem“ Ende. (6/10)

Deadly Drive-in Disaster
R: Arjan Wilschut
Niederlande 2015
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Actionreiche Agenten/Alien Komödie ala James Bond mit etwas anderer Rollenverteilung. Die knapp drei Minuten sind von Anfang bis Ende prall gefüllt mit viel Kawoom und toller Animation. Hat Spaß gemacht dem Treiben zu zuschauen. (7/10)

Dernière Porte Au Sud / Last Door South
R: Sacha Feiner
Belgien 2015
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Mit unglaublich viel Liebe zum Detail gemachter Stop-Motion-Film. Eine Art Coming of Age Geschichte um einen Jungen und dessen außergewöhnlichen Freund. Sowohl inhaltlich als auch optisch und akustisch hervorragend umgesetzt mit Gänsehautmomenten. (8/10)

Locker X
R: Brian May
Deutschland 2015
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Experimentalfilm der optisch zu beeindrucken weiß. Mit treibender Musik und Animationen die zum Stauen einladen. Leider fehlt dem Ganzen noch etwas Inhalt und am Ende ist er etwas zu langatmig. Und so ist nur eine sehr gute Werkschau. (6/10)

Under the Apple Tree
R: Erik van Schaaik
Niederlande 2015
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Stilistisch erinnert der Film an die Arbeiten der Shaun das Schaf Macher. Inhaltlich geht es aber viel finsterer zur Sache. Sehr detailreich und rundum gelungen lüftet Under the Apple Tree unteranderem auch das Geheimnis der Zombies. Dieser Kurzfilm macht auf jeden Fall Lust auf einen Langfilm von den Machern. (8/10)

If I Was God…
R: Cordell Barker
Kanada 2015
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Ein Blick in ein typisches Klassenzimmer. Hier erlebt ein kleiner Junge wie es wäre Gott zu spielen und was damit alles für Möglichkeiten geboten sind. Schön animiert in klassischem Stoptrick und sehr abwechslungsreich erzählte kleine Geschichte. (7/10)


ITFS 2016 – Young Animation 1

Als Abschluss des heutigen Tages der erste Teil des Young Animation Wettbewerbes. Hier wird eine Auswahl an Studienprojekten junger Regisseure gezeigt. Ein bunter Mix verschiedenster Geschichten, Stile und Menschen.

After the End
R: Sam Southward
Großbritannien 2015
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Sehr witzige Endzeitgeschichte die mit skurrilen Charakteren weiß den Zuschauer zu unterhalten. Durchaus erwachsen wirkt der Humor ist aber dennoch albern und grotesk. Ein Spaß diesen beiden letzten Menschen auf der Welt beizuwohnen. (7/10)

Du plomb dans la tête / Lead in the head
R: Aurore Peuffier
Frankreich 2015
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Wunderbare Malerei zu einem düsteren Thema. Eine bewegende Geschichte eines Wolfes mit traurigem Ausgang, der teilweise emotional schwer zu folgen ist, dem ernsten Thema aber eine entsprechende Bühne bietet. (6/10)

Fox Tale
R: Doosun Shin
USA 2015
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Lustige kleine Geschichte, die einem Märchenbuch entsprungen sein könnte. Putzig animierte Figuren von Fuchs und Hase unterstreichen den lustigen Grundton dieser Parabel. (6/10)

Good boy!
R: Dajeong Song
Südkorea 2015

Außenseitergeschichte in einem Kindergarten, die sicherlich so überall auf der Welt spielen könnte. Das klassische Thema über Ausgrenzung und der Umgang damit. Einfache Zeichnungen, die aber durchaus den Ernst an der Geschichte nicht vergassen lassen. (6/10)

Hail
R: Boram Park
Südkorea 2015
hail

Grafisch und inhaltlich ein sehr interessanter Beitrag. Der karge Schwarzweiß-Look unterstreicht die Monotonie und schafft so die Stimmung perfekt einzufangen. (6/10)

Ham Ham
R: Anna Levinson
Deutschland 2015
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Was im Kopf eines kleinen Mädchens vorgeht, dass vor dem Zubettgehen noch vom Hunger geplagt ist, zeigt dieser kleine Film. Fantasiereich und mit einem schlichten Zeichenstil wird diese Geschichte unterhaltsam erzählt. Hat Spaß gemacht. (6/10)

Ujj a rava szon / Finger on the Trigger
R: Péter Kántor
Ungarn 2015
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Wunderbar und mit viel Liebe zum Detail gezeichnetes Action-Abenteuer. Nebenbei ein Blick in die Welt gealterter Geheimagenten und dessen unbändigen Drang ihre Mission zu Ende zu bringen. InZukunft gerne mehr davon. (8/10)

My Seashell Memory
R: Yanlai Chen
Großbritannien 2015
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Gefühlvoll und mit behutsam gezeichneten Bildern erzählt dieser Film die Beziehung zwischen einem kleinen Mädchen und ihrem verstorbenen Vater. Besonders reizvoll machte den Beitrag der Autobiografische Hintergrund. (6/10)

Her
R: Go-eun Kim
Südkorea 2015

Ein Blick auf eine verquere Liebesbeziehung. Und während der Mann immerwährend auf der Suche nach neuen Beziehungen ist, bleibt die Frau dem Mann erbarmungslos treu. Tragisch mit anzusehen wie das Herz blutet und so blutig ist auch der Zeichenstil gehalten. (7/10)

True Love
R: Marcus Feist
Deutschland 2015
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Kurz, kürzer, superkurz. Dieser Beitrag war wirklich kurz, hatte allerdings eine witzige Pointe. Technisch hat mir die Umsetzung allerdings nicht so recht gefallen und vielleicht hätte man aus dem Thema auch eine kleine Reihe machen können. (5/10)

Manoman
R: Simon Cartwright
Großbritannien 2015
manoman

Nun gab es was sehr Interessantes zu sehen. Mit sehr bizarr anmutenden Figuren zeigt dieser Stop-Motion-Film die Konfrontation eines kümmerlichen Mannes mit sich selbst. Als Ergebnis tritt, während einer Urschreitherapie, sein primatenhaftes Ich zutage. Danach folgt ein wilder Ritt durch Tag und Nacht mit einem bitterlichen Ende und vielleicht der Einsicht, nicht immer alles in einem ans Tageslicht befördern zu wollen. (8/10)

Witness
R: Alexandre Berge, Christ Ibovy, Hugo Rizzon
Frankreich 2015
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Eine düstere Geschichte die ausgezeichnet animiert ist. Spannend erzählt mit einem überraschenden Ende. (6/10)

Preisoep / Leek Soup
R: Jef Staut
Belgien 2015
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So richtig konnte ich mit diesem Beitrag nichts anfangen. Etwas Slapstick hier, ein wenig Klamauk da. Aber so richtig herzhaft lachen konnte ich leider nicht. War dann ganz froh, als mit diesem Beitrag der heutige Tag geendet hatte. (5/10)


ITFS 2012 – Young Animation 4

Zum Abschluss des diesjährigen Trickfilmfestivals in Stuttgart ging es nochmals in die Young Animation Abteilung. Und der vierte Teil der Reihe versprach ganz stark zu werden.

Kuhina / Swarming
R: Joni Männistö
Finnland 2011

Obwohl es am Anfang noch ganz unscheinbar wirkt, entsteht aus einem kleinen toten Vogel plötzlich eine schier unerschöpfliche Vielzahl von Tieren, die nicht nur den toten Vogel bevölkern, sondern auch alsbald den Beobachter als neuen Lebensraum für sich entdecken. Was im kleinen beginnt, endet am Ende in unglaublich komplexen Bildern, denen man faszinierend bei ihrer Wandlungsfähigkeit zuschaut. (6/10)

Olgastrasse 18 / Olgastreet 18
R: Liv Scharbatke, Jörg Rambaum
Deutschland 2011

Mit dem völligen Verzicht auf menschliche Darsteller, wird auf ungewöhnliche Art die Wandlung einer Wohnung dargestellt. Und obwohl nur die sich ändernden Gegenstände in den Räumen und die Stimmen aus dem Off zu hören sind, entsteht ein erstaunlich klares Bild im Kopf des Zuschauers. Allein die Fantasie erfüllt die Räume mit Leben und dies finde ich bei dieser Erzählweise äußerst spannend. (6/10)

Galim susitikti, galim nesusitkti / We may meet, we may not
R: Skirma Jakaite
Litauen 2011

Ein etwas bizarrer Trip, von dessen Bilderwelt nicht mehr all zuviel bei mir im Gedächtnis hängen geblieben ist. Durchaus markante Bleistiftzeichnungen prägen diesen Film, schaffen aber nicht genug Klarheit in der erzählten Geschichte. (5/10)

Damned
R: Richard Phelan
Großbritannien 2011

Schon die Screenshots machten viel Lust auf dieses Stückchen Animation. Und bereits nach den ersten paar Sekunden hatte ich den kleine Biber in mein Herz geschlossen. Trotz der unzähligen Fettnäpfchen, in die der putzige Zeitgenosse eifrig stolpert, kann man einfach nicht böse auf ihn sein. Die Kulleraugen sagen oft mehr als tausend Worte und darauf versteht sich Damned ganz besonders gut. Mit minimalen Aufwand an Mimik und Gestik entschlüpft nicht nur ein Lacher meinem Mund. (7/10)

One Minute Puberty
R: Alexander Gellner
Deutschland 2011

Mit einem strammen Beat geht es auf eine einminütige Reise durch die Pubertät. Ganz besonders gut sind die Übergänge zwischen den einzelnen Bildern gelungen, die nahtlos von einer Szene zur nächsten Wechseln. Kurzweilige Unterhaltung mit wenigen Mitteln. (6/10)

The Backwater Gospel
R: Bo Mathorne
Dänemark 2011

The Backwater Gospel lebt ganz ungemein von seinem Stil und Atmosphäre. Die Charaktere fügen sich nahtlos in ihre Umgebeung ein. Sowohl optisch als auch akustisch trifft der Film genau meinen Nerv. Die Handlung bietet genug Abwechslung, wenn auch zum Ende hin mehr auf Action als auf Dialog gesetzt wird. Dennoch versprüht The Backwater Gospel seinen ganz eigenen Charme und ist einer der Highlights in diesem Jahr. (8/10)

Zhong Kui Took His Younger Sister in Marriage
R: Yue Lu
China 2010

Leider hatte dieser Film mit einem technischen Problem zu kämpfen und zwar wurden die Untertitel auf der Leinwand abgekascht. So hat sich mir zumindest der Inhalt nicht erschlossen, da ich dem Chinesisch nicht mächtig bin. Optisch wusste der Film aber zu überzeugen. Im Stile der klassischen Scherenschnitte baute sich eine bunte Bilderwelt auf der Leinwand auf. Akustisch gab es traditionelle chinesische Musik zu hören, die allerdings zu großen Teilen nicht meinem Geschmack entsprach und nach fünf Minuten mein Hörzentrum stark überreizte. So war die Rezeption insgesamt etwas schwierig und durch den kompletten Verlust an Verständnis für die Handlung, ist es schwer, eine umfassende Bewertung abzugeben. (6/10)

The Saga of Biôrn
R: Benjamin Kousholt
Dänemark 2011

Eine sehr unterhaltsame Lehrstunde – hier aber nur 7 Minuten – in Sachen Wikinger Mythologie. Die Bilder unterstreichen die eher kalte Stimmung des Wikingers. Umso trauriger ist es mit anzusehen, wie sich Biôrn mit allen Mitteln bemüht, Erfüllung im Jenseits zu Finden und es am Ende doch nicht schafft. (7/10)

Slow Derek
R: Daniel Ojari
Großbritannien 2011

In den ersten Momenten erinnerte mich Slow Derek an den 2009er Wettbewerbsbeitrag Skhizein. Allerdings schafft Slow Derek nur den Anschluss in Sachen visueller Qualitäten. Zwar bildet die Story eine gute Grundlage aber der Erzählfluss wirkt mir zu wirr und unkonkret. Eventuell muss hier auch einfach nochmal eine Zweitsichtung her. (6/10)

De Pottenkijkers / The Snoopers
R: Jolien Haesen
Belgien 2011

Hui, schon der zweite Film, der sich mit Fäkalien beschäftigt. Ist dies etwa ein neuer Trend? Ich hoffe nicht. Jedenfalls ist die Geschichte rund um De Pottenkijkers ziemlich abgedreht aber nicht so weltfremd, dass man sie sich gar nicht vorstellen könnte. Die Verwendung von realen Fotokopien schafft die nötige Verbindung zur Wirklichkeit und die sehr detaillierten technischen Darstellungen geben dem Ganzen noch eine wissenschaftliche Grundlage mit. Die knapp fünf Minuten wurde ich zumindest ganz gut unterhalten, obwohl mir ja schon allein der Gedanke daran, dass einem die Exkremente so genau untersucht werden Unbehagen aufkommen lässt. (6/10)

In Poster
R: Yuan Zhichao
China 2011

Dieser Kurzfilm aus China bedient sich unverhohlen an allerlei bekannten Kinoplakaten von aktuellen Filmen und Klassikern, um so seine eigenen Charaktere in diese Welt einzupflanzen. Ästhetisch gelingt dies an einigen Stellen nicht ganz und auch wirken die Szenenwechsel häufig sehr holprig. Dennoch ist es eine nette Idee, mehr aber leider auch nicht. (5/10)

Graffitiger
R: Libor Pixa
Tschechien 2011

Irgendwie bin ich hier bei der Bewertung unschlüssig. Graffitiger wirkt eher wie ein Papiertiger, wenn man schonmal Blus Muto gesehen hat. Aber so ganz möchte ich dem Graffitiger nicht absprechen. Immerhin gibt es hier sowas wie eine Handlung und auch die Locations sind sehr zahlreich, in denen sich der Tiger, handwerklich durchaus gut gemacht, bewegt. Künstlerisch bietet Graffitiger aber wenig. So bin ich schnell gelangweilt und nur das hollywoodreife Ende lässt meine Bewertung wieder etwas nach oben rutschen. (6/10)


ITFS 2012 – Internationaler Wettbewerb 3

Heute gibt es sehr viele Wettbewerbsbeiträge zu schauen. Und da dies mein letzter Festivaltag ist, dann auch noch wieder etwas aus dem Rahmenprogramm. Gestartet wurde allerdings erstmals mit dem Internationalen Wettbewerb. Der Kinosaal im Metropol war, wie schon in den vergangenen Tagen, sehr gut gefüllt, trotz der zeitigen Vorführung am Vormittag.

Leonids Geschichte / Leonids Story
R: Rainer Ludwigs
Ukraine 2011

Oft ist einem gar nicht bewusst, wie weitreichend die Folgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl waren und noch immer sind. Umso eindringlicher erzählt Leonids Geschichte von einer Familie, dessen Leben sich nach dem Unfall radikal ändert und ihren Alltag bis heute bestimmt. Besonders beklemmend wirkt der Film, wenn sich die Zeichnungen mit Bildern aus der Realität vermischen. Sind doch Zeichnungen ansonsten nur Abbilder der Wirklichkeit. Sowohl was Erzählstruktur als auch Optik und Sound betrifft, schafft Leonids Geschichte eine sehr intensive Stimmung zu erzeugen, die zumindest mich tief berührt hat. (8/10)

Atlas
R: Aike Arndt
Deutschland 2011

Schon arg stark dieser Kontrast, innerhalb weniger Sekunden von einem doch recht ernsten Thema hin zur Komödie zu wechseln. Aber Atlas funktioniert sehr gut. Mit viel Witz wird einem gleich noch etwas griechische Mythologie vermittelt und diese versucht mit der Gegenwart zu verknüpfen. Die Figuren sind einfach aber genial gezeichnet. Es macht auf alle Fälle Spaß, Atlas bei seiner Arbeit zuzuschauen. (7/10)

The Monster of Nix
R: Rosto
Belgien, Frankreich, Niederlande 2011

Bereits nach den ersten paar Bildern sieht man, dass hier rein technisch einer sein Handwerk versteht. Optisch und auch akustisch macht The Monster of Nix einiges her. Besonders interessant der animierte Kopf auf einem realen Körper. Zwar wirkt dies an einigen Stellen schon noch recht hölzern, aber macht trotzdem einen guten Eindruck. Ähnliches wurde ja auch schon bei Spike Jonzes Where the Wild Things Are gemacht, dort allerdings in nahezu Perfektion. Jedenfalls gibt es hier ordentlich was auf die Augen und Ohren, aber leider fehlt es trotz bekannter Stimmen von Terry Gilliam und Tom Waits in dem nötigen Erzählfluss. Mal wirkt alles recht interessant, ist im nächsten Moment aber wieder sterbenslangweilig. Einen wirklichen Höhepunkt bringt The Monster of Nix auch nicht hervor. So ist nach 30 Minuten Schluss und ich bin schon etwas enttäuscht. Technisch sieht es zumindest fantastisch aus und reißt hier vieles wieder raus. (6/10)

Two
R: Steven Subotnick
USA 2011

Viel zu kurz waren die zwei zu sehen. Gerade als ich in das Gebilde aus rhythmischen Bildern eingetaucht bin, hört Two leider schon wieder auf. Ich muss mir das unbedingt nochmal anschauen. Bild und Ton harmonieren hier wunderbar und erschaffen etwas ganz Besonderes auf der Leinwand. (7/10)

Princesse / Princess
R: Frédérick Tremblay
Kanada 2011

Von Frédérick Tremblay hatte ich ja schon den sehr beeindruckenden Blanche Fraise gesehen. Princesse ist stilistisch ganz ähnlich. Man möchte fast meinen, dass der frühere Blanche Fraise eine Fingerübung war. Allerdings muss ich gestehen, dass mir Blanche Fraise mehr zusagt. Das Sounddesign funktioniert dort einfach besser und auch die Handlung spricht mich mehr an. Dennoch ist Princesse eine feines Stück Stop-Motion Animation. (6/10)

The Pub
R: Joseph Pierce
Großbritannien 2011

Eine konsequente Weiterentwicklung der Rotoskopie. Diese dient ansich nur als Grundlage, um daraus dann die schrägen Charaktere entstehen zu lassen. Dadurch wird die Wirkung der Personen, die in dem Pub verweilen, herrlich überzogen dargestellt. So erhält dieser eher dokumentarische Kurzfilm eine ganz persönliche Note. (6/10)

Dieser Programmteil aus dem Wettbewerb war wirklich gut. Bis auf The Monster of Nix war ich von allen Beiträgen recht angetan. Wenn das so weiter geht, hat sich der Besuch in diesem Jahr auf jeden Fall gelohnt.


ITFS 2012 – Silhouetten und Panorama 3

Um einen Blick über den Tellerrand zu wagen, was ich generell gerne mache, besuchte ich das Rahmenprogramm Journeying with Shadows. Bei der Veranstaltung gab es Aufnahmen von Live Performances zu sehen, die ganz in alter Tradition des Schattenspiels teils wunderbar anzusehen waren. Dies ging los bei Ganzkörperdarbietungen der Gruppe Die Mobilés, die nur mit ihren Körpern ganze Landschaften hinter der Schattenwand entstehen lassen.

Ganz besonders hat mich allerdings die Performance von Miwa Matreyek beeindruckt. Sie interagiert mit ihren Schattenbild auf einer Leinwand, die voller Leben ist und lässt dadurch ein unvergleichliches Erlebnis wahr werden.

Nach diesem erfolgreichen Abstecher ins Rahmenprogrann setzte ich den Tag mit einem Besuch beim Panorama fort.

Kronika Oldrichas / Chronicle Of Oldriches
R: Rudolf Smid
Tschechische Republik 2011

Tagebücher können sehr interessant sein, vor allem wenn diese aus dem gewöhnlichen Leben stammen. Wenn das ganze dann aber noch mit einer schönen Stop-Motion Animation bildlich unterstützt wird, entsteht wunderbares Kopfkino. In Chronicles Of Oldriches gibt es alles was zu einer spannenden Geschichte gehört, Leben, Sterben, Liebe, Hass, Krieg und Frieden. 18 Minuten, die auch eine Zeitreise sind und teils schöne Erinnerungen weckt. (6/10)

This Thirst
R: François Vogel
Frankreich 2011

Ansich passiert nicht viel in diesen vier Minuten. Eine Zugfahrt mit der Metro, dem Sky Train, in Dubai. Was This Thirst aber besonders macht ist die Verwendung von extremen Fish-Eye Aufnahmen, die die vorbei rasenden Wolkenkratzer, teils extrem verzerrt, einfängt. Technisch gab es an der einen und anderen Stelle kleinere Patzer, die bei den Aufnahmen aber wohl kaum zu vermeiden waren. Abgesehen davon machte dieser Film viel Spaß und unterstützt wurde dies durch die Musik von Reham. (6/10)

Les Yeux De La Tête / A Real Eye Opener
R: Pierre Mousquet, Jérôme Cauwe
Frankreich 2011

Sozialkritisch darf es auch mal sein, besonders, wenn dieses in einem toll gezeichneten Kurzfilm der Fall ist. Teils zynisch wirkt die Handlung, macht aber so recht drastisch die Folgen der Globalisierung und das große soziale Ungleichgewicht zwischen verschieden Bevölkerungsgruppen deutlich. Technisch war es tatsächlich ein Eye Opener. Der Zeichenstil hat mir sehr gut gefallen. (7/10)

Muybridge’s Strings
R: Koji Yamamura
Kanada, Japan 2011

Nachdem sich schon Martin Scorsese in dem Film Hugo einem großen Pionier des Films widmete, geht es in Koji Yamamuras Film mitunter um die Fotografien von Eadweard Muybridge, dessen, in Standbildern, festgehaltene Bewegungen weltbekannt sind. In dem eher poetischen Kurzfilm geht es um die Wunsch die Zeit still stehen zu lassen. Mit schönen Bildern wird die Arbeit von Muybridge mit der Gegenwart verknüpft. Schöne Bilder zu der Musik von Johann Sebastian Bach. (6/10)

Oedipus
R: Paul Driessen
Kanada, Niederlande 2011

In Oedipus wird die Geschichte rückwärts erzählt, was sich zuerst nicht ganz erschließt dann aber recht unterhaltsam wird. Zwar kenne ich diese Erzählstruktur schon vom Kinofilm Memento, es ist also nicht neues für mich, aber auch in diesem Kurzfilm funktioniert das ganz gut. Der Stoff ist klassisch und die Animationen ganz brauchbar. Und obwohl viel Witz in Oedipus vorkommen ist es am Ende aber irgendwie doch nicht so zündend. (5/10)

Suur Maja
R: Kristjan Holm
Estland 2011

Mit besonders viel Rhythmusgefühl wird eine kleine Gaunergeschichte erzählt. Lustig ist es anzuschauen, wie der Dieb versucht Beute zu machen. Die Animationen und die Musik passen hervorragend zusammen und lassen den Film tempomäßig sehr flott wirken. So wird es auch zu keinem Zeitpunkt langweilig und bietet dadurch auch viel Spaß. (6/10)

Furico & Fiofó / Flea & Fly
R: Fernando Miller
Brasilien 2012

Aus einer Max und Moritz Geschichte von Wilhelm Busch könnten die beiden Figuren Flea & Fly entsprungen sein. Nur dass diese mitten in die Metropole Rio de Janeira ihr Unwesen treiben. Angenehm kurzweilig ist der wilde Tripp der beiden und hat einen ganz eigenen aber charmanten Zeichenstil. (7/10)

The Maker
R: Christopher Kezelos
Australien 2011

The Maker ist einer der Filme, an die man sich wohl noch nach Jahren erinnert. Sowohl was Inhalt als auch Bild- und Sounddesign betreffen, einmalig. Hier ist nichts zu bemängeln, nur dass The Maker noch länger hätte gehen dürfen, um den Figuren weiter beim Zaubern zuschauen zu können. Ähnlich wie der Kurzfilm 9 von Shane Acker nimmt The Maker den Zuschauer mit auf eine geheimnisvolle Reise, dessen Rätsel Stück für Stück gelüftet werden und am Ende einen staunenden Gesichtsausdruck bei mir hinterlassen haben. Sehr zu empfehlen. (9/10)

Damit endete dieser ereignisreiche Tag. Nachdem die ersten beiden Festivaltage nicht wirkliche Highlights boten, gab es heute dafür umso mehr davon. Zu schade, dass morgen bereits mein letzter Festivaltag für mich anbricht. Allerdings schlaucht es schon arg, von früh bis spät im dunklen Kämmerlein dauerbeschallt zu werden. Da kam mir das heutige wunderbare Wetter, draußen am Schlossplatz, ganz recht.


ITFS 2012 – Unabhängigkeit und das Beste vom Besten

Die nächsten 90 Minuten waren für einen Vortrag eingeplant der sich inhaltlich um das Thema Independent Games drehen sollte. Dr. Karin Wehn gab dabei einen Überblick über die Art von Independent Games, deren Entwicklung und Finanzierungsmöglichkeiten. Eigentlich hatte ich auf etwas inhaltlich neues gehofft, doch leider war zumindest mir ein Großteil bereits bekannt. Aufmerksam wurde ich allerdings auf den neuesten Titel (Botanicula) des Studios Amanita Design, welches sich auch schon für das wunderbare Spiel Machinarium verantwortlich zeigte.

Außerdem hatte Lea Schönfelder ihr Spiel Ute kurz vorgestellt. Vom Konzept her jetzt nichts völlig neues, nur die Art und Weise der Umsetzung war, nunja, eigen. Nachdem ich für das IFMX Screening von The Pirates! Band of Misfits leider keine Karte mehr bekommen hatte, konnte ich mit dem Alternativprogramm, dem Best of Animation, weitermachen. Hauptsächlich habe ich mir das Programm nur wegen einem Kurzfilm angeschaut, Adam Elliots Harvie Krumpet. Aber auch die anderen Filme, hauptsächlich aus dem asiatischen Raum, waren durchaus sehenswert. Näher eingehen möchte ich aber nur auf zwei Titel.

Harvie Krumpet
R: Adam Elliot
Australien 2003

Quasi das Prequel zu Mary & Max, den ich vor drei Jahren ebenfalls auf dem ITFS sehen durfte. Der Stil ist bei Harvie Krumpet bereits deutlich zu erkennen und hat sich bis Mary & Max auch nur in seinem Detailgrad weiterentwickelt, der aber ohnehin schon enorm hoch ist. Viele Kleinigkeiten an den Figuren und der Kulisse springen einem immer wieder ins Auge und lassen mich schmunzeln. Schön schrullig sieht alles aus und trotz der eher deprimierenden Stimmung bleibt genug Raum für den einen oder anderen Lacher. Im Vergleich zu Mary & Max ist Harvie Krumpet in vieler Hinsicht aber noch zögerlich und spart deutlich im Spiel mit den Emotionen. So ist Adam Elliots Erstling ganz nett, aber von seinem zweiten Film Mary & Max doch noch eine, wenn nicht zwei Welten entfernt. (7/10)

Hoshi No Koe / Voices From A Distant Star
R: Makoto Shinkai
Japan 2005

Animes schaue ich immer ganz gerne, gerade wenn sie auch etwas Science Fiction enthalten. Eine gesunde Mischung aus Liebesgeschichte und Weltraumabenteuer die technisch einwandfrei umgesetzt ist. Angefangen bei den VFX, dem Sound, der Musik bis hin zu den Charakteren passt das hier irgendwie schon ganz gut. Aber irgendwie habe ich das alles schonmal in dieser Form bei Neon Genesis Evangelion gesehen. Und schon damals stellte ich mir die Frage, ob es denn wirklich notwendig ist, die Liebesgeschichte unbedingt in ein Weltraumszenario zu packen. Sicher verstärkt dies die Dramatik, birgt aber auch die Gefahr, zu sehr von der eigentlich Handlung abzulenken. Dies ist hier nicht ganz der Fall und so ist Voices From A Distant Star doch noch ganz annehmbar. (6/10)


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