ITFS 2012 – Studiopräsentationen und Scorseses Neuer

Äußerst gelungener Start in den Internationalen Wettbewerb und ich freue mich bereits auf die kommenden Beiträge. Doch zunächst ging es mit der Studiopräsentation von KEDD weiter. Dies ist ein Studio aus Ungarn mit Sitz in Budapest. Zu Gast war Gründer Géza M. Tóth, der ein paar kurze Filmschnipsel mitbrachte und außerdem etwas von seiner Arbeitsweise erzählte. Diese ist etwas unüblich davon geprägt, einfach viel Sachen auszuprobieren und sich nicht auf ein bestimmtes Feld der Animation festzulegen. Und so gab es auch alle möglichen Variationen von Animationen aus dem Hause KEDD zu sehen. Auf alle Fälle ein interessanter Einblick. Kurz darauf ging es auch schon weiter mit dem nächsten Feature Film, der wieder außerhalb des eigentlich Wettbewerbs lief, Hugo von Martin Scorsese.

Hugo
R: Martin Scorsese
USA 2011

Schon wieder eine 3D Vorstellung und dabei mache ich die so ungern. Aber was solls, der Film scheint ja ganz nett sein und so schnell die Brille geschnappt, Platz genommen und durch das Schneegestöber in die Welt von Hugo Cabret eingetaucht. Und irgendwie merke ich das erste Mal einem Film an, dass er wohl mit dem Gedanken im Hinterkopf als 3D Version funktionieren zu müssen gedreht wurde. Zumindest ist hier die Tiefe in den einzelnen bis auf sehr wenige Ausnahmen immer sehr gut getroffen und so bin ich von Beginn an was zumindest das 3D betrifft schnell auf der Seite von Hugo. Bei der Geschichte braucht es so seine Zeit. Zunächst sieht es nach einem Kinderabenteuerfilm aus, mit vielen Geheimnissen die Gelüftet werden sollen. Zwar mit viel Liebe zum Detail aber jetzt doch nicht so interessant. Eine Wende nimmt das ganze nach knapp der Hälfte des Films. Martin Scorsese macht aus Hugo eine Ode an den Film. Und ganz im Besonderen an den Pionier der Filmgeschichte Georges Méliès, dessen bekanntestes Werk Le Voyage dans la Lune auch in Hugo ein ganz große Rolle spielt. Was Michel Gondry bereits in Be Kind Rewind auf bezaubernde Art und Weise dem Publikum näher brachte, setzt Scorsese hier konsequent fort. Schön verpackt mit einem tollen Cast und einer traumhaften Kulisse fügen sich die ganzen Handlungsstrenge zum einem ausgezeichnet gut funktionierenden Ganzen zusammen. Einen Kritikpunkt gibt es allerdings. Hugo war für stellenweise einfach zu ausschweifend. Etwas mehr Kürze hätte dem Film durchaus gut getan. (7/10)

Weiter ging es mit der Studiopräsention von Pixar. Zu Gast war Supervising Technical Director Daniel McCoy, der sich für den aktuellen Kurzfilm La Luna verantwortlich zeigte. Nach einem Trailer zum neuen Feature Film Brave, ebenfalls aus dem Hause Pixar ging es ohne große Umwege zum Kurzfilm La Luna. Danach präsentierte Daniel McCoy die Entstehungsarbeit des Kurzfilms. Angefangen vom ersten Entwurf des Regisseurs, weiter über Detailarbeiten bei der Umsetzung bis hin zum fertigen Produkt. Faszinierend zu sehen, wie detailliert an manchen Sachen gearbeitet wird und umso weniger verwunderlich ist es dann, dass die Pixar Filme immer etwas ganz Besonders haben. Und so sieht man den Filmen immer die viele Liebe zum Detail an.

La Luna
R: Enrico Casarosa
USA 2011

Um nochmal kurz auf den Kurzfilm La Luna zurück zu kommen. Sicher nicht der beste der bisherigen Kurzfilme, aber wieder einmal eine sehr schöne Story und ein einmaliger Look. Und davon lebt La Luna ganz besonders. Es ist immer wieder erstaunlich, wo die kreativen Köpfe von Pixar die ganzen Ideen für die Filme hernehmen. Ist mir fast egal, solange diese jedes Mal aufs neue mein Herz erweichen. (7/10)

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